street level

Konzept

 

Das zentrale Anliegen von street level besteht darin, künstlerische Positionen zu bündeln und in einer spezifischen, urbanen, landschaftlichen, sozialen und infrastrukturellen Situation zu präsentieren. Ein Hauptaspekt ist dabei die temporäre Zurückgewinnung der Straße als Bühne, Experimentierraum und Spiegelbild einer kontextuellen, gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Öffentliche Themen werden aufgegriffen und Öffentlichkeit selbst wird thematisiert. Wichtig ist deshalb der integrative und kommunikative Charakter der Arbeiten von street level.
street level ist ein mobiler, dislozierbarer ‚Rahmen’, der sich von Zeit zu Zeit um gewisse Zonen urbaner oder landschaftlicher Räume legt und das umschlossene Gebiet im Inneren neu organisiert. Künstlerinnen und Künstler nehmen plastische oder performative Eingriffe vor, um für eine bestimmte Zeitspanne diese Zone des sogenannten ‚öffentlichen Raumes’ sachte zu entfremden. Im Vergleich mit anderen Kunstprojekten im öffentlichen Raum gewinnt street level durch dieses Vorgehen, das einen gesamten Binnenraum zum potenziellen Kunstraum macht, seine Spezifik. Das Ziel besteht nicht in einem Skulpturenboulevard, der Straßen und Plätze mehr oder weniger glücklich mit Kunst bestückt, sondern im Weben eines Netzes von Interventionen unterschiedlicher Materialität und Temporalität, stets aber ortsspezifischer Ausrichtung.
Zweimal fand street level bereits statt, 1998 in Dresden, 2000 in Bergen, Norwegen und 2003 zwischen Brig/CH und Iselle/I entlang der Simplonpaßstraße. Wie der Name sagt, stehen Straßen im Mittelpunkt, in Dresden war es die Pfotenhauerstraße, in Bergen die Nygårdsgaten und auf dem Simplon die vier Paßstraßen. Die jeweils sorgfältige Exploration der Städte suchte in Dresden und Bergen nach Straßen gerade ohne pittoresk-touristische Anmutung, sondern mit einer besonders diversifizierten sozialen und ökonomischen Mikrostruktur, die in ihren verschiedenen Abschnitten Wohnen und Einkaufen, Produktion und Freizeit aufeinanderfolgen ließ; es waren Straßen, die teils Zentrumseigenschaften aufwiesen und teils in urbane Zwischen- oder Unorte oder aber ins strikt Funktionale ausliefen.